2. Sommerkonzert 2006 des Ensemble

Bilder zum Konzert können hier angeschaut werden!

Nachruf eines Mitglieds auf ein gelungenes Konzert in Estenfeld

„Das keltische war das beste Stück“, sagte mein Bruder in der Pause auf meine Nachfrage, „irgendwie so mächtig“. (Er meinte „The Spirit of the Celts“ aus „Lord of the Dance“.) Die Kinder von Antje, unserer Posaunenkollegin, waren sich dagegen einig, dass ihnen „Banditenstreiche“ von Franz von Suppé am besten gefallen hat. Naja, Suppé ist Geschmackssache, keltisch ist Geschmackssache, aber natürlich auch Swing, Dixie, Blues, irische Balladen, Polka und was wir sonst noch alles gespielt haben bei unserem diesjährigen Mai-Konzert.
Alles ist Geschmackssache, vor allem wenn man im Publikum sitzt, und wir hoffen immer ein bisschen bange, dass unsere anwesenden Freunde, Bekannte und Verwandten nicht nur uns zuliebe gekommen sind, sondern auch Genuss haben an unseren Darbietungen. Und sie hatten, haben sie uns versichert.
Wenn man nicht im Publikum sitzt, sondern im Orchester selbst, dann ist die Geschmacksfrage nicht mehr so wichtig, denn schon allein das Erzeugen dieser Klänge macht Spaß. Früher bekam ich immer ein bisschen Gänsehaut, wenn in einem Orchester oder einer Band die Posaunen und Hörner herauszuhören waren. Jetzt sitze ich seit drei Jahren einmal in der Woche glücklich im tiefen Blech des Ensemble Taktlos und bade in meinem Lieblingssound. Und dann auch noch das Schlagzeug hinter mir…, ich mag’s halt laut und fetzig und vor allem schräge Rhythmen.
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Leise ist schon auch schön, so samtig, da hören wir auch mal mehr von den anderen, den Holzbläsern. Und die hören sich dann endlich auch mal selbst, sagen sie. Das Geplänkel zwischen Holz und Blech ist obligatorisch, gefährdet aber keineswegs die freundschaftlichen Beziehungen in unserer Truppe.
Apropos Holzbläser: Unser Konzert wurde dieses Jahr zusätzlich bereichert. Zum einen von einer außergewöhnlichen Anzahl von Holzbläsern in Gestalt der Blockflöten-Kinder, die unter der Regie von Anita Trompke drei sehr hörenswerte Stücke souverän und sauber darboten.
Zum anderen von den Gesangstalenten Judith und Christian, die als Zugabe statt ihres Instrumentes ihre Stimme zum Einsatz brachten und Sarah Brightman und Andrea Bocelli Konkurrenz machten.
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Ensemble Taktlos nennen wir uns. Das bedeutet eine ständige Erinnerung daran, dass der Hauptzweck unseres Tuns der Spaß ist, nicht die Perfektion. Und hat das nicht dazu beigetragen, dass sich drei Mitglieder unserer Truppe getraut haben, beim Konzert im Sinne eines Jazz-Solos frei zu improvisieren? Respekt, ich kann das noch nicht. Aber vielleicht kann ich’s ja mal mit 60 oder 70. Alter ist kein Hindernis, hab ich bei „den Taktlosen“ gelernt. Einen stressigen Job haben, kleine Kinder oder auch beides oder keines, es geht alles, das demonstrieren einige unserer Mitglieder. Gibt’s da noch mehr Interessenten? Mangelnde Vorkenntnisse? Wir haben auch eine Einsteigergruppe. Wer will, kann schnuppern kommen, montags 20 Uhr. Wir proben im Jugendzentrum bei der Weißen Mühle, für einige von uns ein Traum-Probenraum, weil da auch noch ein Kickertisch steht für ein „spaßiges Dreiviertelstündchen“ nach der Probe. Überhaupt: Ernsthaft Musik machen und Spaß haben wie Kinder, das ist eine schöne Kombination. Ich liebe auch das Gefühl, wieder ein bisschen Teil einer Klasse zu sein, und der Lehrer passt auch noch wunderbar dazu, unser Dirigent Christian Wiechers, weil er die richtige Mischung bringt zwischen Anspruch und Entspanntheit und die richtigen Stücke für unser Leistungsniveau.
Montags 20 Uhr im JUZ an der Weißen Mühle in Estenfeld, wir freuen uns über jeden Interessenten. Ruth Beifuß, Posaunistin

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